RDP HomePrinterTool

 

Für wen könnte dieses Thema interessant sein?

 

Sie haben einen Arbeitsplatz im Büro (z.B. Windows XP prof., „Office-PC“). Sie können von zuhause (z.B. Windows XP, „Home-PC“) auf diesen Rechner via RDP (Remotedesktopprotokoll) zugreifen. Deshalb können Sie auch nach Feierabend und am Wochenende weiterarbeiten.

Das ist sehr praktisch, das ist sehr gut (manchmal).

Nur eine Sache funktioniert nicht so wie Sie es wollen: Sie können zuhause nicht drucken.

Wieso eigentlich?

Sie haben im Internet nach einer Lösung gesucht und haben eine Menge ebenso ratloser Leidensgenossen gefunden. Es gab zwar auch Lösungen für das Problem, die aber den zusätzlichen Einsatz von Software und Geld erfordern würden.

Zwar liest man im Internet, dass das Drucken über RDP gehen soll, aber dann wieder nur mit bestimmten Druckern und auch nur dann, wenn diese auf eine bestimmte Art und Weise mit dem PC verbunden seien. Oder dass man das sowieso nur mit „einer ordentlichen Terminalserverumgebung machen sollte“. Leider haben Sie keine „Liste“ gefunden, aus der hervorgeht, welche Produkte bzw. Produktkombinationen sauber funktionieren.

 

Unser Selbsthilfeversuch

 

Ausgangspunkt unserer Überlegung war, dass man auf dem Office-PC jederzeit in eine Datei drucken kann. Diese Datei könnte man sich nach Hause übertragen (z.B. per E-Mail oder Dropbox) und anschließend auf dem Home-Printer zu Papier bringen. Dabei spielt es dann überhaupt keine Rolle, auf welche Weise Ihr Drucker zuhause mit dem PC verbunden ist. Man muss nur darauf achten, dass im Büro der gleiche Druckertreiber installiert ist wie zuhause. Der Home-Printer muss natürlich nicht als echte Hardware im Büro stehen. Es reicht, dass der Druckertreiber installiert ist.

Mehr braucht man eigentlich nicht – nur so richtig komfortabel ist das irgendwie nicht.

Wir wollten es aber so komfortabel wie möglich haben…

 

Unser „Kochrezept“

 

Vorbemerkung: In reinen XP-Umgebungen ließe sich manches einfacher gestalten, dann ließe sich das Kochrezept aber nicht 1:1 auf Windows 7 Systeme übertragen. Deshalb beschreiben wir hier die Methode, die auf einem Home-PC mit XP oder Windows 7 gleichermaßen funktionieren sollte. In unserem Beispiel ist der Office-PC ein XP prof. Rechner; die dort vorzunehmenden Einstellungen wären bei einem Windows 7 Rechner identisch.

Der im Folgenden verwendete Laufwerksbuchstabe X: kann natürlich durch einen anderen Buchstaben ersetzt werden, der zu Ihrer Arbeitsumgebung passt; achten Sie aber bitte darauf, dass dieses sowohl auf dem Home-PC als auch auf dem Office-PC in gleicher Weise geschieht.

 

Gehen Sie also bitte wie folgt vor:

Auf Ihrem Home-PC legen Sie ein neues Verzeichnis an, z.B. C:\RDPHomePrinterTool. Dieses Verzeichnis muss freigegeben werden (rechter Mausklick, Eigenschaften, Freigabe/erweiterte Freigabe…). Wählen Sie den Freigabenamen RDPHomePrinterTool und stellen Sie sicher, dass jeder Vollzugriff auf diese Freigabe erhält.

Im nächsten Schritt erzeugen Sie einen neuen Laufwerksbuchstaben auf die folgende Weise: Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung und schreiben dort  NET USE X: \\127.0.0.1\RDPHomePrinterTool [Return]. Anstelle der Zahlenfolge 127.0.0.1 können / sollten Sie auch den Namen Ihres Home-PC verwenden (wenn Sie den nicht wissen, dann geben Sie in der Eingabeaufforderung zunächst  SET [Return]  ein und suchen nach der Zeile COMPUTERNAME = …; dort steht er dann).

Nun sollten Sie im Windows-Explorer den neuen Laufwerksbuchstaben X: sehen können.

 

Im nächsten Schritt wählen Sie sich (von zuhause) via RDP auf Ihrem Office-PC ein. Ganz wichtig ist, dass die Einwahl auf eine Weise geschieht, dass (wenigstens) das neue Laufwerk X: des Home-PC zur Nutzung freigegeben ist. Das können Sie beim Start der RDP-Verbindung (z.B.: in der Eingabeaufforderung via C:\MSTSC [Return]) unter Optionen einstellen:

 

Für die jetzt folgende Einrichtung des Druckertreibers auf dem Office-PC sollten Sie Administratorrechte haben (für den späteren Betrieb sind einfache Rechte ausreichend).

Wählen Sie sich also via RDP mit dem passenden Benutzer auf dem Office-PC ein.

Als erstes überprüfen Sie, ob Sie das Laufwerk X: des Home-PC auf dem Office-PC sehen können:

Sie öffnen hierzu eine Eingabeaufforderung, tippen dort NET USE [Return] und sollten eine Zeile mit dem Eintrag  \\TSCLIENT\X  sehen.

 

Nun installieren Sie auf dem Office-PC (in unserem Beispiel ein Windows XP Rechner) den Druckertreiber des Druckers, den Sie zuhause nutzen wollen. Als Druckeranschluss (gemeint ist nicht ein Kabel, sondern eine logische Größe wie LPT1 oder USB oder TCP/IP Port) wählen Sie dort dann bitte einen neuen Local Port (Neuer Anschluss…) und geben dabei den folgenden Anschlussnamen ein:  \\TSCLIENT\X\RDPHomePrinterJob.prn (nehmen auch Sie bitte denselben Namen)

 

Hiermit wird erreicht, dass jede Druckausgabe nun in diese immer gleich lautende Datei auf Laufwerk X: Ihres Home-PC umgeleitet wird (Anmerkung: Dort sollten natürlich ausreichende Schreibrechte vorliegen).

Wir haben dann dem neuen Drucker im Büro den Namen  RDP_xxxxx  gegeben, um ihn von den normalen Druckern, die im Büro installiert sind, besser unterscheiden zu können (Bild).

 

 

Wenn Sie nun einen Testdruck auf den neuen Drucker RDP_xxxxx des Office-PC starten, dann sollten Sie im Home-PC eine Datei X:\RDPHomePrinterJob.prn sehen können.

 

Nun wechseln wir auf Ihren Home-PC:

Hier müssen Sie Ihren Drucker (in unserem Bsp. ein HP5-Laser) mit einem Freigabenamen versehen. Wir haben dazu einfach den HP5-Laser-Druckertreiber ein zweites Mal installiert, den Drucker freigegeben, dabei den Freigabenamen RDPHomePrinter verwendet (nehmen auch Sie bitte denselben Namen) und den Drucker HP5_as_RDPHomePrinter genannt (Bild).

 

 

Nun sind wir fast fertig – es fehlt nur noch ein bequemes Tool, das uns immer dann die Datei X:\RDPHomePrinterJob.prn auf den Drucker mit dem Freigabenamen RDPHomePrinter ausdruckt, wenn diese auf unserem Home-PC auftaucht. Dieses Tool können Sie unter www.maxximum.de/RDPHomePrinterTool/RDPHomePrinterTool.zip herunterladen.

Entpacken Sie dieses Tool nach X:\ auf Ihrem Home-PC (es muss also in genau dem Verzeichnis stehen, in dem sich auch die Datei RDPHomePrinterJob.prn aus unserem Test befindet).

Nun starten Sie das Tool rdphomeprintertool.exe zu seinem ersten Test.

 

Das RDP HomePrinterTool erscheint oben rechts auf Ihrem Bildschirm.

Das Wichtigste vorweg: Doppelklick auf das maXXimum Logo beendet das Programm und das Tool schreibt keinerlei Registry-Einträge. Wenn das Programm rechts oben am Bildschirm steht, dann sollten Sie auf Ihrem Office-PC, mit dem Sie über RDP verbunden sind, einen kleinen Testdruck auf den gerade eben eingerichteten RDP_xxxxx Drucker durchführen. Das RDPHomePrinterTool auf Ihrem Home-PC sollte nun Aktivitäten zeigen und Ihr Drucker ebenso.

 

Während des Druckvorgangs erscheinen im Programmfenster des RDPHomePrinterTools mehrere Statusmeldungen, die die einzelnen Schritte des Druckvorgangs begleiten.

 

Nach dem ersten Druck geht das Programm in Standby-Modus und minimiert sich, sodass es nur in der Taskleiste sichtbar ist. Trifft ein weiterer Druckjob ein, erscheint es jeweils während des Druckens oben rechts am Bildschirm. Falls das Programmfenster nach Programmstart stört, dann können Sie es jederzeit über den Eintrag in der Taskleiste (rechter Mausklick) minimieren.

 

Was man beachten / wissen sollte:

 

Da immer in dieselbe Datei gedruckt wird, werden zu schnell aufeinanderfolgende Druckaufträge sich gegenseitig Probleme bereiten. Warten Sie daher jeweils ab, bis der vorherige Druckjob vollständig abgearbeitet ist, bevor Sie einen weiteren starten.

Sollte es während eines Druckjobs zu Unterbrechungen der RDP-Verbindung kommen, wird das Ergebnis mit Sicherheit nicht zu Ihren ursprünglichen Erwartungen passen. Dann einfach wiederholen.

 

Beim Starten des Tools erscheint ein grünes Datum im Programmfenster. Wenn Sie sich diesem Datum annähern, wird bereits eine neue Version des Programms zum Download bereitstehen. Dann aktualisieren Sie bitte Ihre Version in gleicher Weise wie oben beschrieben (Download).

 

Tauchen Fehler oder Fragen auf, dann schicken Sie uns eine E-Mail an die Adresse, die im Programm angezeigt wird (wenn Sie mit der Maus über dem Programmfenster stehen). Wir werden versuchen zu helfen.

 

Und wenn Sie einen besser funktionierenden und einfacheren Weg gefunden haben, dieses Problem zu lösen oder wir etwas übersehen haben, dann wäre es nett, Sie ließen es uns wissen. Denn jedes Programm, was man nicht mehr braucht, ist ein Stück pure Freiheit…